Madeira – Wie man die Langeweile überwindet und neue Freunde findet

Unsere ersten Tage in Funchal waren zwar ganz schön, aber wie man bereits rausgelesen hat, nicht so sonderlich spannend. Das Problem ist unser Reisestil: Wir unternehmen gerne was. Den ganzen Tag irgendwo rumgammeln, das frustriert uns nach kurzer Zeit. Jeden Tag die selben Wege abgrasen ist auch nicht wirklich toll für uns. Madeira bietet auch keine schönen großen Strände, da hier alles aus Vulkangestein besteht. Strandspaziergänge sind also auch nicht wirklich möglich.

Funchal ist deshalb auch nicht zu unserer Lieblingsstadt geworden. Jedoch hat diese Stadt es noch geschafft uns zu überraschen. Und zwar genau mit dem, was wir uns von der Weltreise wünschen.

Aber Eins nach dem Anderen:

Um die Zeit noch etwas spannender zu gestalten, haben wir uns ein paar Aktivitäten ausgesucht, die wir die nächsten Tage machen wollten. Darunter eine Levada(Wasserversorgungslinie)-Wanderung, Canyoning und dann noch ein bisschen mit den öffentlichen Bussen die Insel erkunden.

Da die Levada Wanderungen etwas gefährlich sind, wegen unbefestigten Wegen etc. und es mit den Öffentlichen nicht so einfach war, irgendwo an einen Startpunkt zu gelangen, entschieden wir uns für eine geführte Wanderung. Wir hatten auch super viel Glück, da wir nur zu viert waren, weil vier Leute abgesprungen sind. Selbst acht Leute war bereits eine kleine Gruppe. Unsere Wanderung war die „25 Fontes and Cascada da Risco“ Wanderung, bei der wir den riesigen Risco Wasserfall begutachten konnten(ja, das Bild lässt ihn leider etwas klein wirken)…

und die 25 Quellen.

12 Kilometer war die Wanderung und wirklich schön. Wir sind sogar ca. 1 km durch diesen stockdunklen Tunnel gewandert.

Danach gab es noch einen Traditionellen Poncha, was ein Getränk aus frischem Orangen und Zitronensaft sowie Rum und Honig ist. Super lecker und soll toll gegen Erkältungen helfen(welche ich zu dem Zeitpunkt hatte).

Als wir nach Hause kamen war noch etwas Zeit, wir haben noch etwas gegessen und waren dann im Hotel. Um 9 Uhr wollten wir dann fast schon schlafen gehen, bis uns auffiel, dass wir nicht genug Geld für das Canyoning am nächsten Tag hatten. Wir mussten uns also leider nochmal aus dem Bett quälen und zur Bank gehen. Auf den Weg von der Bank zurück kamen wir an einer Kneipe vorbei, also dachen wir uns: warum nicht? Wenn wir schon aufstehen mussten, kann man sich wenigstens noch ein Bier gönnen.

Also tranken wir noch ein Bier in dieser leeren Kneipe. Irgendwann kamen zwei Männer in die Kneipe, mit einer Gitarre ausgerüstet. Björn und ich wollten gerade gehen, jedoch sagte ich zu Björn: Wenn die jetzt anfangen zu spielen, müssen wir noch bleiben.

Und so war es auch, sie spielten irgendwann an ihrem Platz in der leeren Kneipe, Lieder auf Portugiesisch. Der Mann erzählte mir, sein Kumpel hätte sich die Gitarre neu gekauft und sie wollten sie ausprobieren und sind beides Musiker. Nach jedem Lied klatschten wir und freuten uns. Irgendwann befanden sich auch mehr Leute in der Kneipe.

Als sie irgendwann aufhörten zu spielen, fragte ich, ob sie denn nochmal heute spielen würden. Der Mann sagte: Für dich schon. Und das war auch so, er setzte sich neben Björn, erzählte uns dass sie Mario und Carlos heißen, holte seine eigene Gitarre aus dem Auto und spielte uns einige Lieder vor.

Wir machten wir noch ein Bild zusammen und das hätte das Ende der Geschichte sein können.

War es aber nicht. Mario fragte, ob wir nicht morgen zu seinem Auftritt kommen wollten. Wir sagten zu und sind am nächsten Tag Abends zu dem Hotel, bei dem er auftreten sollten. Fast pünktlich kamen wir an, aber zu unserem erstaunen handelte es sich um ein schickes Hotel, bei dem schon alle Plätze besetzt waren. Der ganze Garten war voll.

Mario hatte uns netterweise einen Tisch bringen lassen und wir setzten uns an den Rand. Bis Mario den Kellner nochmal zu sich holte und unser Tisch direkt vor die Bühne gestellt wurde. Die Blicke der Gäste des Hotels hättet ihr sehen sollen 😀 Da kamen 2 Leute mit Metal T-Shirts und kurzen Hosen, durchgeschwitzt von einem wanderreichen Tag und bekommen dann noch VIP Plätze in der ersten Reihe. Grandios 🙂

Nach dem Auftritt konnte Mario leider nur noch ein Getränk mit uns trinken, da er die Sängerin heimfahren mussten.

Er sagte, wir könnten uns melden und nochmal was trinken gehen wenn wir noch Zeit haben.

Leider kamen wir die nächsten Tage immer recht spät heim.

Das könnte das Ende der Geschichte sein. Ist es aber nicht 😀

Am letzten Abend kamen wir gegen 8 wieder in Funchal an, wollten noch was Essen gehen und dann vielleicht noch eine Flasche Wein auf der Terrasse trinken.

Auf dem Weg zum Restaurant, kamen wir an einem anderen Restaurant vorbei. Ich hörte eine mir relativ bekannte Musik, schaute über das Geländer … und erspähte Mario. Wir vermuteten, er würde uns für Stalker halten, sind jedoch dann runter gegangen und haben uns kurz zwischen den Auftritten mit ihm unterhalten. Wir haben ausgemacht, dass wir uns an dem Abend noch mit ihm in der Kneipe treffen würden , in der uns am ersten Abend trafen.

Nachdem wir die Kneipe wiedergefunden hatten, tranken wir noch zusammen (Carlos kam auch dazu) und erzählten uns gegenseitig Geschichten. Das sind so nette und Interessante Menschen. Das Universum schafft es doch immer wieder, Menschen zusammenzubringen 🙂

Und das ist genau das, was wir uns von der Weltreise wünschen. Echte Menschen kennenlernen und neue Freunde finden. Natürlich freut man sich auch, wenn man Backpacker und Touries trifft, aber in einem Land die einheimischen kennenzulernen und über ihr Leben zu erfahren ist wirklich großartig.

Freut euch noch auf den nächsten Artikel von  Madeira, wo wir Eidechsen ganz nah kommen und in 7 grad Celsius kaltem Wasser „Good Morning!“ schreien 🙂

One Reply to “Madeira – Wie man die Langeweile überwindet und neue Freunde findet”

  1. Hmmmm… Maybe another pose in these pictures instead of the side by side staring at the camera pose? just a thought. How about one of those jumping in the air photos which takes like 45 tries to get right? That would show some dedication. PS- Björn always looks so happy. Is that a ploy to act like you belong there and are not tourists? 🙂

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