Der Kerry Way – Rückblick und lessons learned

Es ist geschafft, wir haben den Kerry Way geschafft.
Nachfolgend eine geschätzte Zusammenfassung unserer ersten Langzeitwanderung.
Etappen: 9
Etappen gelaufen: 8
Kilometer gelaufen: 137,5
Durchschnittliche Kilometer gelaufen pro Tag: 17,2
Stunden pro Tag gelaufen mit ~20kg Rucksäcken: 6-9
Kilometer gelaufen mit Rucksäcken: 119,9
Höhenmeter überwunden:4454
Kilometer getrampt: 17
Kilometer mit Kutsche gefahren: 5
Kilometer mit Bus zurückgelegt(komplette 8.Etappe): 35
Blasen gelaufen: 0
Bänder überlastet/überdehnt: Jessy =1; Björn =0

Und wie war es nun?

Es war extrem. Extrem schön, extrem anstrengend, extrem lustig, extrem frustrierend, extrem neu.
Dazu kommt, dass wir extrem viel gelernt haben:

1. Umso mehr Gepäck man hat, umso langsamer und schmerzvoller kommt man voran.

Klingt trivial, jedoch muss ich sagen, haben wir unsere 20 kg pro Rucksack unterschätzt.
Gerade Berge werden so nur unfassbar langsam überwunden. Abends tun einem furchtbar die Füße weh.
Besonders stark merkten wir es bei Etappe 9, denn da haben wir unser Gepäck zum nächsten Ziel schicken lassen und sind ungefähr doppelt so schnell zum Ziel gekommen und der Weg war nur halb so anstrengend.
Das nächste mal überlegen wir also mehrfach, ob wir etwas wirklich brauchen oder nicht.
 

2. Das richtige Equipment ist alles.

Wir sind mal eine 40km Wanderung angetreten in Turnschuhen und ich brauch sicherlich nicht erwähnen, dass wir mit einer Menge blasen zurückgekommen sind.
Durch eine sehr gute Beratung in einem Outdoor Laden in Marburg haben wir die passenden Wanderschuhe und passenden Wanderrucksäcke erhalten und ich hatte keine einzige Blase.
Generell will ich nicht wissen, wie unsere Wanderung mit dem falschen Equipment ausgesehen hätte.

3. Packt immer genug Wasser ein!

Etappe 4 und 5 haben wir abgekürzt, indem wir in der Mitte wild gecampt haben. Natürlich waren wir sicher, dass wir nochmal an einer Wasserquelle vorbei kommen, da es bei allen anderen Etappen welche gab und wir einen guten Wasserfilter mit hatten.
Also haben wir uns nicht so arg mit Wasser überladen. Blöderweise ging es dann am nächsten Morgen extrem bergig hoch und runter und unser Wasser ging uns aus. Natürlich war auch keine Quelle in Sicht.
Ich kann euch sagen, schön ist es nicht durstig so eine anstrengende Wanderung zu machen. Unser Glück war, dass unsere teilweisen Wanderbegleiter aus Deutschland uns noch etwas abgegeben haben und wir irgendwann bei einheimischen bei einem abgelegenen Haus unsere Flaschen wieder aufgefüllt bekommen haben.

4. Die Iren sehen grummelig aus, sind aber super herzlich und sehr hilfsbereit!

5. Trampen in Irland ist nicht mehr ganz so einfach wie es scheinbar mal war.

Selbst die Iren sind aufgrund der steigenden Kriminalität in Europa vorsichtiger geworden. Jedoch findet man am meisten unter den lang-zeit Einheimischen immer noch einige, die einen mit nehmen.

6. Irland ist unfassbar schön und der Kerry Way ist sehr abwechslungsreich.

Jede Etappe des Kerry Way haben wir neue komplett neue Landschaften gesehen, als hätte man jede Etappe ein neues Land bereist.
Von mir gibt es eine klare Empfehlung für den Kerry Way, wenn ihr also einen tollen Wanderurlaub machen möchtet, kann ich ihn euch nur ans Herz legen.
Viele Grüße von uns, wir genießen nun noch unsere letzten paar Tage in Dublin bevor wir am Samstag wieder nach Deutschland zurück kommen 🙂
Björn & Jessy

4 Replies to “Der Kerry Way – Rückblick und lessons learned”

  1. Huhu ihr Beiden,
    freue mich sehr über eure Reise in Irland und die vielen Eindrücke und geschilderten Erlebnisse 🙂
    Wie wäre es denn mit einem PayPal Button auf eurer Seite…so könnten Menschen, die eure Reise verfolgen auch was spenden.
    Und nehmt im Rucksack nicht mehr als zehn-zwölf Kilo mit. Das habe ich von bewährten Bergsteigern und Langzeit Wanderern gelernt. Bei meiner Alpenüberquerung 😉
    Ich wünsche euch eine großartige Zeit. Ich bin auf jeden Fall eine treue Leserin eurer Abenteuer!

    1. Hallo Uta,

      vielen lieben Dank für die Tipps 🙂

      Das mit dem Paypal button ist eine gute Idee, das werde ich definitiv bald einrichten. Vielleicht fällt uns auch etwas ein, womit wir für Spender etwas zurückgeben könnten. Ich habe beispielsweise mal gesehen, das jemand so einen Paypal button mit: „Lade mich auf einen Kaffee ein“ gehabt hat. Das fand ich ziemlich gut 🙂

      Nicht mehr als 10-12 Kilo finde ich nach unserer Irland Wanderung mit 20KG definitiv sinnvoll, wobei ich nicht sicher bin ob das mit all unserem Equipment funktionieren kann. Wenn es losgeht gebe ich in jedem Fall ein Update, wie viel es geworden ist.

      Die Alpenüberquerung klingt auf jeden Fall sehr beeindruckend, da sind bestimmt einige Höhenmeter zusammengekommen. Wie lange ging die Überquerung denn und wie viele Kilometer sind denn zusammengekommen?

      Freut uns sehr, dass unser Blog dein Interesse weckt und es Spaß macht zu lesen. Das motiviert einen sehr 🙂 Danke!

      Viele Grüße
      Jessy

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